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Mother (Computerspielreihe)
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Mother ist eine Computer-Rollenspielserie der Videospielfirma Nintendo. Die Reihe wurde von Shigesato Itoi kreiert und umfasst die drei Titel EarthBound Beginnings (Mother), EarthBound (Mother 2) und Mother 3. Die Spiele wurden in Japan und teilweise in den USA fĂŒr die Plattformen Nintendo Entertainment System (NES), Super Nintendo und Game Boy Advance (GBA) veröffentlicht.
Bei den Spielen handelt es sich um RPGs mit rundenbasierten KĂ€mpfen. Die Reihe hatte spĂ€ter groĂen Einfluss auf die PokĂ©mon-Serie und kleinere Indie-Spiele. Bekanntestes Beispiel ist das mehrfach veröffentlichte Indie-RPG Undertale.
Die Protagonisten der Serie sind psychokinetisch begabte Jungen. Zusammen mit ihren Freunden kĂ€mpfen sie gegen Bösewichte, die die Weltherrschaft an sich reiĂen wollen. Trotz des Erfolges der Serie wurde nur Mother 2, der erfolgreichste Teil, im Jahr 1995 unter dem Namen EarthBound in den USA veröffentlicht. In Europa wird EarthBound erst seit 2013 als Virtual-Console-Titel im eShop der Wii U verkauft,cite-ref-1[1] in dem auch Mother 1 2015 erstmals auĂerhalb Japans unter dem Titel EarthBound Beginnings offiziell veröffentlicht wurde.cite-ref-2[2]
Die Serie erhielt vor allem durch die âSuper-Smash-Bros.â-Reihe an Bekanntheit, in der einige Elemente sowie die Hauptfiguren Ness und Lucas als spielbare KĂ€mpfer eingefĂŒgt wurden.
Contents
âą Geschichte
âą Spielwelt
âą Gameplay
âą Geschichte
âą Spielwelt
âą Gameplay
âą Mother 1+2
âą Entwicklung
âą Marketing
⹠VerkÀufe
âą Musik
âą Mother 3
âą Handlung
âą Spielmechanik
âą Spielwelt
âą Musik
âą EarthBound 64
âą Fan-Games
âą Gemeinsamkeiten
âą Innovationen
âą Rezeption
âą Soundtrack
âą Weblinks
âą Einzelnachweise
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Mother/EarthBound Beginnings
Das Spiel war ursprĂŒnglich fĂŒr eine Veröffentlichung fĂŒr die USA unter dem Namen EarthBound geplant. Im September 1991 wurden bereits Soundtrack-CDs gepresst und Spieleberater gedruckt. Da sich Rollenspiele zu dieser Zeit aber nur mĂ€Ăig verkauften und der Super Nintendo in den Startlöchern stand, entschied man sich gegen eine Veröffentlichung. Ein Prototyp einer vollstĂ€ndig ĂŒbersetzten Version wurde um 1998 herum fĂŒr 100 US-Dollar verkauft und im Laufe der Zeit als ROM im Internet unter den Namen EarthBound und EarthBound Zero veröffentlicht.cite-ref-3[3]
Eine offizielle westliche Veröffentlichung erfolgte am 15. Juni 2015 unter dem Titel EarthBound Beginnings fĂŒr die Virtual Console der Wii U.cite-ref-4[4]
Geschichte
Das Spiel beginnt um das Jahr 1900 in Amerika. Ein junges, frisch verheiratetes Paar (George und Maria) verschwindet spurlos. Zwei Jahre spÀter taucht George wieder auf, um sich Studien zu widmen. Maria wird dagegen nie wieder gesehen.
1988 wird in der fiktiven Kleinstadt Podunk ein amerikanischer Junge â der zwar namenlos ist, von Nintendo aber mit dem Platzhalternamen Ninten (ăăłăăł)cite-ref-5[5] bezeichnet wird â Zeuge einer paranormalen Erscheinung. GegenstĂ€nde, u. a. Lampen und eine Puppe, greifen ihn und seine Schwestern an. Nachdem er sich den Angriffen erfolgreich zur Wehr gesetzt hat, lĂ€sst sich in der besagten Puppe eine Spieluhr finden, welche eine rudimentĂ€re Melodie spielt. Kurz darauf klingelt das Telefon und Nintens Vater meldet sich. Nachdem er von den Ereignissen erfĂ€hrt, erzĂ€hlt er Ninten, dass sein UrgroĂvater sich einst PSI-Forschungen gewidmet habe und hofft, in dessen Aufzeichnungen eine ErklĂ€rung zu finden. PSI ist die Quelle fĂŒr die psychischen Begabungen von Ninten. Weiterhin beauftragt er Ninten, die PhĂ€nomene zu untersuchen. Im Keller findet Ninten das Tagebuch seines UrgroĂvaters. Nachdem er das KĂŒken eines Kanarienvogel an dessen Mutter zurĂŒckgegeben und ein MĂ€dchen gerettet hat, das sich auf einem Friedhof mit Zombies verirrte, wird er beauftragt, in einem Zoo das plötzlich aggressive Auftreten der Tiere und deren Flucht zu untersuchen. Dort findet er heraus, dass die paranormalen Ereignisse sowie das Verhalten der Tiere einem auĂerirdischen Signal von Aliens geschuldet sind, dessen Quelle von Ninten beseitigt wird.
Mit dem Tagebuch seines UrgroĂvaters kann Ninten in die magische Welt von Magicant reisen, in der er auf dessen Herrscherin Queen Mary trifft, welche von AlbtrĂ€umen geplagt wird. Diese bittet ihn, 8 Melodien zu finden und fĂŒr sie zu spielen, da sie selbst das Lied vergessen habe. Als er zurĂŒckkommt, macht sich Ninten auf den Weg nach Merrysville. Wenig spĂ€ter trifft Ninten auf Lloyd, einen Jungen, der in der Schule gemobbt wird. Zusammen reisen sie in die Stadt Snowman, um dort einem MĂ€dchen namens Ana ihren verlorenen Hut wieder zu bringen. Dort erwartet Ana bereits die Ankunft der beiden Jungen und berichtet Ninten, sie habe ihn in einem Traum bereits sehen können und schlieĂt sich ebenfalls der Gruppe an, in der Hoffnung ihre verschollene Mutter zu finden. Auf seiner Reise kommt das Team in die Stadt Youngtown, in welcher alle Erwachsenen, bis auf zwei, von einem Ufo entfĂŒhrt wurden.
Nachdem die Gruppe einen GroĂteil der Melodien gefunden hat, begibt sie sich nach Ellay, einer Stadt, in der die sogenannte âBla Bla Gangâ das Sagen hat. In einer Karaoke-Bar fĂŒhrt das Trio eine Performance vor, jedoch wird es von Teddy, dem AnfĂŒhrer der Bla-Bla-Gang, unterbrochen und angegriffen. Nach der Niederlage gegen Ninten schlieĂt sich Teddy der Gruppe an, um seine Eltern, die auf dem Mt. Itoi getötet wurden, zu rĂ€chen. Lloyd bleibt zurĂŒck. Kurz bevor sie Mt. Itoi erreichen, nimmt Ana Ninten beiseite und bittet ihn, bei ihr zu bleiben. Als Ana Ninten ihre Liebe gesteht und die beiden zusammen tanzen, werden sie von Teddy unterbrochen, der auf seltsame GerĂ€usche hinweist. DrauĂen werden sie von einem Roboter attackiert und sind chancenlos. Im letzten Moment erscheint Lloyd mit einem Panzer, zerstört den Roboter und trifft aus Versehen auch Teddy, der dadurch nicht weiterreisen kann, genesen muss und wieder durch Lloyd ersetzt wird. (Im japanischen Spiel ist Teddy tödlich verwundet.)
Als sie mit einem Boot ĂŒber den Bergsee fahren, werden sie durch einen Whirlpool unter Wasser gezogen und landen in einem Labor. Dort treffen sie auf den Roboter EVE, welcher erklĂ€rt, dass George Nintens UrgroĂvater sei und angibt, von George gebaut worden zu sein, um Ninten und seine Freunde zu schĂŒtzen. Die Glasfenster zerbrechen und das Labor wird geflutet. Auf dem Festland machen sich Ninten und seine Freunde weiter auf den Weg. EVE begleitet die Kinder und hilft ihnen bei KĂ€mpfen. Kurz darauf wird die Gruppe von einem weiteren Roboter angegriffen. In diesem Kampf opfert sich EVE und Ninten erlernt eine weitere Melodie. Kurz darauf stoĂen die Kinder auf einen Grabstein auf der Spitze des Berges. Es ist der Grabstein von George, dessen Seele zu Ninten spricht und ihm die letzte Melodie beibringt. Daraufhin werden die Kinder zurĂŒck nach Magicant teleportiert, wo Ninten Queen Mary die 8 Melodien auf seiner Okarina vorspielt.
Diese erinnert sich an das Lied und offenbart, dass sie eigentlich Maria, Georges Frau, ist und sie die Melodie einem Alien namens Giygas (in anderen Ăbersetzungen Giegue (im Japanischen auch Gyiyg) genannt) als Wiegenlied vorgesungen hat. Sie hat das Alien wie ein eigenes Kind groĂgezogen, nachdem sie und George entfĂŒhrt worden sind. WĂ€hrend George unerlaubt vitale Informationen (vermutlich bezĂŒglich der PSI-KrĂ€fte) von Giygasâ Planeten gestohlen hatte und zur Erde entflohen war, blieb Maria zurĂŒck. Da Magicant nur ein Trugbild ihrer Erinnerungen ist, löst sich Magicant kurz nach der EnthĂŒllung in Luft auf und die Gruppe wird zu Georges Grabstein zurĂŒckteleportiert. Hinter diesem befindet sich eine Höhle, die zuvor versperrt war. Dort finden unsere Helden einen Raum voller gefangener Menschen. Unter diesen befinden sich die Erwachsenen aus Youngtown und Anas verschollene Mutter. Um diese zu befreien, muss das Mutterschiff der Aliens zerstört werden.
Kurz darauf treffen Ninten, Ana und Lloyd auf besagtes Mutterschiff, in welchem sich Giygas befindet. Giygas erklĂ€rt, dass er zwar sehr dankbar fĂŒr das GroĂziehen durch Nintens UrgroĂeltern sei, sagt aber auch, dass die Informationen, welche George stahl, dazu verwendet werden könnten, Giygasâ Rasse zu vernichten. Er macht Ninten dafĂŒr verantwortlich, dass die PlĂ€ne der Aliens durchkreuzt wurden, und bietet ihm jedoch an, vermutlich aus Ehrfurcht Maria gegenĂŒber, ihn zu verschonen, wenn er sich ihm anschlieĂt und das Mutterschiff betritt. Da der Versuch, Ninten auf seine Seite zu bringen, fehlschlĂ€gt, versucht Giygas nun die Gruppe auszulöschen. Durch das vollstĂ€ndige Singen aller acht Melodien wird Giygas von seinen Emotionen ĂŒberwĂ€ltigt und flĂŒchtet mit dem Raumschiff, kurz nachdem er schwört, wiederzukommen (siehe Earthbound). Ninten, Ana und Lloyd schauen Richtung Kamera und das Spiel endet.cite-ref-6[6]
In dem englischen Prototyp (bzw. EarthBound Beginnings) und in Mother 1+2 wird allerdings noch gezeigt, was mit den Hauptcharakteren passiert. Unter anderem trifft Ana ihre Mutter wieder, die Eltern kehren nach Youngtown zurĂŒck, Ana erhĂ€lt einen Brief von Ninten und Lloyd wird von nun an als Held angesehen. Ninten kehrt nach Hause zurĂŒck und legt sich schlafen. Danach laufen ein Cast und der Abspann. Nach dem Abspann sieht man einen Mann, vermutlich Nintens Vater, welcher andeutet, dass etwas Neues aufgekommen ist.
Spielwelt
Mother 1 spielt in einem Amerika der 1980er-Jahre mit fiktiven Orten wie zum Beispiel Motherâs Day (ăă¶ăŒășăă€, MazÄzu Dei) und Fantasy- bzw. Science-Fiction-Elementen wie Drachen, Ufos, Zombies, Robotern und PSI-KrĂ€ften. Das Spiel beginnt im Haus von Ninten in der NĂ€he von Motherâs Day und endet mit dem finalen Endkampf auf dem Gipfel des Holy Loly Mountain (ăăŒăȘăŒăăŒăȘăŒăăŠăłăăł, HĆrÄ« RĆrÄ« Maunten).
Gameplay
Man steuert Ninten mit dem Steuerkreuz, die anderen Teammitglieder folgen ihm. DrĂŒckt man den B-Knopf beim Laufen, rennt man. Dies ist allerdings nur in dem englischen Prototyp sowie in Mother 1 und 2 möglich. DrĂŒckt man A, so öffnet sich ein MenĂŒ, ĂŒber dem man mit Leuten reden, mit verschiedenen Dingen interagieren, PSI-KrĂ€fte nutzen, den Status ansehen und GegenstĂ€nde benutzen kann. Jeder der Charaktere hat HP, PP und EXP sowie andere Werte, die im Kampf (s. u.) benötigt werden: Die HP (Hitpoints) zeigen an, wie verwundet der Charakter ist. Je weniger HP er/sie hat, desto eher sollte er/sie mit einem Gegenstand oder PSI-KrĂ€ften geheilt werden. Sinken die HP eines Charakters auf null, so wird der Charakter besiegt und ist kampfunfĂ€hig, bis man ihn/sie zu einem Krankenhaus bringt oder mit einer bestimmten Aktion wieder heilt. In Hotels und anderen bestimmten Orten kann man alle HP von allen Charakteren (solange sie nicht besiegt sind) wieder aufladen.
Die PP (Psychic Points) zeigen an, wie oft man noch auf PSIâKrĂ€fte zugreifen kann. Jede PSI-Kraft verbraucht bei Benutzung eine bestimmte Anzahl PP. Hat ein Charakter nicht mehr genĂŒgend PP fĂŒr eine PSI-Kraft ĂŒbrig, so kann er diese nicht mehr einsetzen, bis er seine PP mit einem Gegenstand oder an bestimmten Orten im Spiel (z. B. in einem Hotel) wieder auffĂŒllt. Die EXP (Experience) zeigen an, wann ein Charakter sein nĂ€chstes Level Up (s. u.) erreicht. EXP erhĂ€lt man durch das Besiegen von Gegnern. Wie viel EXP man von einem Gegner erhĂ€lt, hĂ€ngt in den meisten FĂ€llen davon ab, wie stark ein Gegner ist (je stĂ€rker der Gegner, desto mehr EXP). Die fĂŒr ein Level Up benötigte Anzahl an EXP steigt mit jedem Level Up. So kann man z. B. am Ende des Spiels kaum noch mit Gegnern vom Anfang des Spiels ein Level Up erreichen. Die EXP der Gegner werden auf alle Charaktere aufgeteilt. Ist ein Charakter besiegt, erhĂ€lt er keine EXP, bis er wieder geheilt wurde. Erreicht ein Charakter ein Level Up, so steigen seine Werte (d. h. HP, PP, Angriffskraft, Verteidigung, Geschwindigkeit usw.). Wie hoch der Level eines Charakters ist, wird durch eine Zahl dargestellt. Jeder Charakter startet auf Level 1. Bei jedem Level Up steigt diese Zahl um 1.
LĂ€uft man an bestimmten Orten, so kann es passieren, dass man von einem Gegner angegriffen wird. Nun öffnet sich ein Kampfbildschirm und dem Spieler stehen verschiedene Aktionen zur VerfĂŒgung:
âą Er kann normal angreifen (der Schaden, der verursacht wird, hĂ€ngt von dem Angriffswert des Charakters ab. Diesen kann man manuell durch das AusrĂŒsten von Waffen erhöhen)
⹠Den Gegner anschauen (dadurch kann man die StÀrken und SchwÀchen der Gegner erkennen)
âą Sich verteidigen (dadurch erleidet man weniger Schaden durch gegnerische Attacken. Ansonsten hĂ€ngt der erlittene Schaden von der Angriffskraft des Gegners und der eigenen Verteidigung ab. Bei eigenen Angriffen ist es genau andersherum. Den Verteidigungswert kann man auch durch das AusrĂŒsten mit bestimmten GegenstĂ€nden erhöhen)
⹠PSI-KrÀfte nutzen (mit diesen kann man sich heilen, Statuswerte temporÀr erhöhen bzw. vom Gegner senken, angreifen uvm. Nur Ninten und Ana können PSI-KrÀfte einsetzen. Sie erlernen solche, wenn sie ein bestimmtes Level erreicht haben und dann einen zufÀlligen Kampf gewinnen oder aus einem fliehen)
⹠Fliehen (je höher der Geschwindigkeitswert, desto eher gelingt die Flucht vor dem Gegner)
⹠GegenstÀnde benutzen (diese können dem Gegner schaden, die eigenen Werte erhöhen bzw. aufladen oder andere Sachen bewirken). GegenstÀnde kann man sich in LÀden kaufen oder auf dem Weg in Form von Geschenken finden
âą Auf âautoâ stellen (dies bewirkt, dass alle Charaktere den Kampf alleine bestreiten und man keine Kontrolle mehr ĂŒber das Handeln der Charaktere hat. Man kann diese Funktion wieder ausschalten, indem man B drĂŒckt)
⹠Singen (dies ist erst möglich, sobald Ninten alle acht Melodien gefunden hat und ist auch nur im Kampf gegen Gyiyg vonnöten)
Nachdem fĂŒr jeden eine Aktion ausgewĂ€hlt wurde, werden diese automatisch ausgefĂŒhrt. Auch jeder Gegner kann eine Aktion ausfĂŒhren. Die Reihenfolge, in der die Charaktere ihre Aktionen ausfĂŒhren, hĂ€ngt von dem Geschwindigkeitswert ab. Beispiel: Hat ein Gegner den höchsten Geschwindigkeitswert, darf er zuerst handeln. Danach folgt Ninten, weil er den zweithöchsten Geschwindigkeitswert hat usw. Ziel eines Kampfes ist es, die HP jedes Gegners auf null zu bringen. Wird jeder Charakter im eigenen Team besiegt, so verliert man den Kampf und wird zum letzten Telefon (s. u.) oder Speicherpunkt teleportiert. Dabei wird allerdings nicht der Fortschritt gelöscht, man befindet sich nur an dem Ort, an dem man das letzte Mal gespeichert hat, mit dem Unterschied, dass Nintens Teammitglieder besiegt sind und er selbst keine PP mehr hat.
Man speichert, indem man an einem Telefon Nintens Vater anruft. Wenn man nun die Konsole ausschaltet, so kann man jederzeit von dort fortsetzen. Man wird auch nach einem Game Over zum letzten benutzten Telefon oder zu einem bestimmten Ort im Spiel zurĂŒckteleportiert.
Mother 2/EarthBound
Geschichte
Die Geschichte beginnt nahe der fiktiven Kleinstadt Onett (ăȘăăă, Onetto) der 1990er-Jahre. Die junge Hauptfigur Ness (ăăč, Nesu) schlĂ€ft, als auf dem Berg in der NĂ€he seines Hauses ein Meteorit einschlĂ€gt und die örtliche Polizei das Gebiet abriegelt.
Porky Minch (ăăŒăăŒă»ăăłă, PĆkÄ« Minchi; Pokey Minch in EarthBound), der nervtötende Nachbarsjunge, bittet Ness, seinen verschwundenen Bruder Picky (ăăăăŒ, PikkÄ«) wiederzufinden, welcher unbedingt den Meteor untersuchen wollte. Im Rahmen dieser Suchaktion treffen die beiden auf ein bienenĂ€hnliches Wesen namens BunbĆ«n (ăăłăăŒăł; Buzz Buzz in EarthBound), das mit dem Meteoriten aus der Zukunft kommt und Ness als AuserwĂ€hlten identifiziert, einen auĂerirdischen Invasoren Giygas (Giegue, Gyiyg, ăźăŒă°, GÄ«gu) aufzuhalten, bevor Buzz Buzz von Porkys Mutter erschlagen wird (sie hielt ihn fĂŒr einen StinkkĂ€fer). Porky hat wenig Interesse, Teil der Prophezeiung zu sein und bleibt zuhause. Ness soll auf seiner Reise acht spezielle HeiligtĂŒmer aufsuchen, um die dort vorhandenen Melodien mit seinem zuvor erhaltenen âSound Stoneâ aufzuzeichnen. Ness wird zudem gewarnt, dass Giygas Einfluss auch Tiere und Menschen negativ beeinflussen könne.
In Onett selbst verschafft sich Ness nach einer Auseinandersetzung mit einer SchlĂ€gerbande, den Sharks und deren AnfĂŒhrer Frank, Zugang zur Höhle des Giant Step, eines ĂŒbergroĂen FuĂabdrucks auf einem Plateau. Nach dem Bezwingen einer riesigen Ameise erhĂ€lt Ness die erste Melodie. Beim Verlassen des Areals wird er von der Polizei abgefangen und zur örtlichen Wache gebeten. Eine siegreiche Auseinandersetzung mit dem Polizeichef bringt Ness die Erlaubnis, Onett in Richtung Twoson zu verlassen. Bei einem Zwischenstopp in der Vorschule erfĂ€hrt Ness, dass Paula, die PSI-begabte Tochter des leitenden Ehepaares, entfĂŒhrt wurde. Beim Besuch des öffentlichen Parks und dem Kampf gegen den merkwĂŒrdigen Everdred erfĂ€hrt Ness, wo Paula gefangen gehalten wird: Inmitten des Peaceful Rest Valley. Nachdem sich Ness dorthin begibt, erfĂ€hrt er, dass ein gewisser âHappy-Happy-Kultâ, angefĂŒhrt von Mr. Carpainter, Paula entfĂŒhrt hat und mit ihrer Hilfe die ganze Welt blau fĂ€rben will. Ness befreit Paula und bekehrt Mr. Carpainter, welcher von einer Statue eine GehirnwĂ€sche erhalten hatte und den Happy-Happy-Kult wieder auflöst.
Ness und Paula helfen einer Band, den Runaway Five, ihre Schulden loszuwerden. Diese danken ihnen, indem sie Ness und Paula zur nĂ€chsten Stadt, Threed, fahren. Dort angekommen stellt sich heraus, dass die Stadt von Zombies heimgesucht wird. Besagte Zombies entfĂŒhren Ness und Paula und sperren sie ein. Paula ruft mit ihren telepathischen KrĂ€ften Jeff und bittet ihn, die beiden zu befreien. Mit dem Skyrunner, einer Erfindung seines Vaters, dem Erfinder Dr. Andonuts, gelangt er nach Threed und befreit die beiden. Danach stoppt das Trio die Zombies und geht weiter.
Nach dem Marsch durch die WĂŒste gelangt die Gruppe nach Fourside, eine groĂe Stadt. Nachdem sie den Runaway Five aus einem Knebelvertrag geholfen hat, besucht sie das örtliche Kaufhaus, als der Strom ausfĂ€llt und Paula abermals entfĂŒhrt wird. Im obersten Stockwerk treffen Ness und Jeff auf ein Alien, das nur zu dem Zweck entsandt wurde, Ness aufzuhalten. Da Paula sich nicht im Kaufhaus befindet, verlassen sie das Kaufhaus und treffen auf offener StraĂe den am Boden liegenden Everdred, der behauptet, Mr. Monotoli habe ihm eine bei Ausgrabungen gefundene böse Statue (Mani-Mani-Statue) gestohlen (die er zuvor selbst gestohlen hatte), und versteckt sich im CafĂ© nebenan. Beim Untersuchen des CafĂ©s landet die Gruppe in Moonside, einem fluoreszierenden Ort, wo immer das Gegenteil von dem gesagt wird, was gemeint ist. Nach dem Finden und Zerstören der Mani-Mani-Statue landen Ness & Co. in einem Raum des Kaufhauses. Sie bahnen sich den Weg durch das Monotoli-Hochhaus und können sich nach einem Kampf gegen einen Roboter, der im Kampf durch die Runaway Five deaktiviert wird, Mr. Monotoli stellen. Dieser erzĂ€hlt ihnen von den Stimmen, die er durch die Mani-Mani-Statue empfangen hat und einem Ort namens Summers. Der fĂŒr diese Reise angebotene Helikopter wird jedoch von Porky entwendet. Paula, die bei Mr. Monotoli war, schlieĂt sich der Gruppe an. In Threed wurde der von Jeff zuvor zerstörte Skyrunner repariert und die Gruppe fliegt zurĂŒck nach Winters zu Dr. Andonuts. Dieser baut ihnen eine âverbesserteâ Version des Skyrunners, mit welchem die Gruppe in Summers eintrifft.
WĂ€hrenddessen ist in einem weit entfernten Königreich Prinz Poo durch Meditation in der Lage, zu teleportieren und stöĂt kurz darauf zur Gruppe hinzu, weil es sein Schicksal ist. Nach und nach sammelt Ness weitere Melodien und landet nach einer lĂ€ngeren Reise im Tenda Village. Die Bewohner sind sehr schĂŒchtern, und ein wirkungsvolles Buch, mit dem sie ihre SchĂŒchternheit ablegen können, ist an eines der Genies (Apple Kid) aus Twoson verliehen. Eine Verkettung verzwickter UmstĂ€nde lĂ€sst die Gruppe schlieĂlich beim Stonehenge nahe dem Labor von Dr. Andonuts aufschlagen. Unter diesem befindet sich eine riesige Anlage der AuĂerirdischen, wo Nessâ Gruppe nach krĂ€ftezehrendem Kampf u. a. Apple Kid, Dr. Andonuts und Tony befreien können. Sie geben das Buch den Tendas ab, welche nun nicht mehr schĂŒchtern sind und so den Weg öffnen können.
Der weitere Weg fĂŒhrt die vier in die verlorene Unterwelt, die so riesig ist, dass die Gruppe nur noch winzig dargestellt wird. Im einzigen Dorf erfĂ€hrt der Spieler von den Fire Springs, welche die letzte Melodie beheimaten. Auch gibt es hier die Möglichkeit, die âCave of the Pastâ zu besuchen, was spĂ€ter noch wichtig wird. Am Ende der Fire Springs erlernt Ness die achte Melodie und bricht zusammen, nachdem er in einem Flashback u. a. seine Eltern gesehen hat, wie sie sich um ihn als Baby kĂŒmmern und er erste latente PSI-FĂ€higkeiten offenbart.
Ness ist nun auf sich allein gestellt und befindet sich in Magicant, einer Illusion projiziert aus seinen eigenen Gedanken. Nur im Pyjama bekleidet (nackt mit roter MĂŒtze in der japanischen Version) trifft er hier auf seltsame Abbilder von Leuten, die er auf seiner Reise getroffen hat, und nach jedem GesprĂ€ch Ă€ndern sich die kompletten Farben der Umgebung. Am Ende des langen Wegs durch den Sea of Eden bekĂ€mpft er erfolgreich seinen Albtraum (in Form der Evil-Mani-Mani-Statue) und hat nun, ohne das Böse in seinem Herzen, vollen Zugriff auf die KrĂ€fte der acht HeiligtĂŒmer. Seine eigene Stimme sagt ihm, er solle nach Saturn Valley (ein Ort, den man zuvor im Spiel erreicht hatte) gehen. Er erwacht, deutlich stĂ€rker als zuvor, und gemeinsam reist die Gruppe nach Saturn Valley zurĂŒck.
Man erfĂ€hrt, dass Giygas bereits angreift, allerdings aus einer Zeit zehn Jahre zuvor. Eigentlich sollte man mit Hilfe von Dr. Andonutsâ Phase Distorters in die Vergangenheit reisen, dieser wurde jedoch gestohlen. Die Gruppe teleportiert sich in die Cave of the Past, wo nun die Seelen von Ness, Paula, Jeff und Poo in Roboter-HĂŒllen transferiert werden mĂŒssen, da Zeitreisen den Körper extrem schĂ€digen. Von dort aus reist man mit dem Phase Distorter II 10 Jahre zurĂŒck. In der unwirtlichen Welt voller Aliens und Monster findet man am Ende einer Höhle schlieĂlich Giygas, der von einer Maschine zurĂŒckgehalten wird, und zudem auf Porky, der sichtlich gealtert in einem Spidermech hockt. Nachdem man Porkys Mech schwer beschĂ€digt hat, schaltet dieser die Maschine von Giygas ab, welcher daraufhin unkontrolliert angreift. Der Kampf wird irgendwann von Porky unterbrochen, als er wieder einmal versucht Ness zu demĂŒtigen. Ab dieser Stelle ist Giygas nicht mehr durch normale Attacken verwundbar, also ist es an Paula, durch Beten die KrĂ€fte aller Menschen, denen die Gruppe geholfen hat, zu bĂŒndeln und Giygas zu vernichten. Nachdem die ersten Versuche moderaten Schaden angerichtet haben und ein weiterer Versuch fehlschlĂ€gt, bittet Paula umso verzweifelter, dass jemand die Gebete erhöre. Nach einigen kryptischen Buchstaben wird irgendwann der Name des Spielers sichtbar, dessen Gebet dann Giygas den GnadenstoĂ verpasst.
Nachdem Giygas bezwungen ist, werden die Seelen der Gruppe wieder in die Körper der Gegenwart transferiert. Paula bittet Ness, sie nach Hause zu bringen und sie nicht zu vergessen. Es gibt allerdings auch ein alternatives Ende, wenn man sie zu Nessâ Haus bringt. Nachdem Ness mit seiner Mutter spricht und die Fotos des Spiels anschaut (die an den ungewöhnlichsten Orten geschossen wurden), klopft es mitten in der darauffolgenden Nacht an die TĂŒr. Es ist Picky, der einen höhnischen Brief von Porky ĂŒberbringt (âKomm, fang mich dochâ) und das Spiel endet.cite-ref-7[7]
Bedeutung der Mani-Mani-Statue
Ein Leitmotiv des Spiels ist die böse Mani-Mani-Statue, ein goldener Götze, der einem humanoiden Wesen mit Stierkopf Ă€hnelt. Diese Statue bringt ĂŒberall dort, wo sie auftaucht, Bosheit und Zwietracht in die Welt. ZunĂ€chst wird sie in Onett von dem ortsansĂ€ssigen Schatzsucher Lier X. Agerate (Wortspiel mit liar und exaggerate, also LĂŒgner und ĂŒbertreiben), ausgegraben. SpĂ€ter trifft man sie im Happy-Happy-Dorf, wo sie den SektenfĂŒhrer Carpainter kontrolliert. AnschlieĂend wird sie vom Dieb Everdred gestohlen, dieser verliert sie aber wieder an Geldegarde Monotoli. Monotoli wird von der Statue ebenfalls beherrscht, wird BĂŒrgermeister von Fourside und missbraucht seine Macht, um Paula zu entfĂŒhren. Als Ness und Jeff die Statue aufspĂŒren, finden sie sich in Moonside wieder, eine von der Statue erzeugte Illusion. Dort können sie die Statue besiegen, woraufhin sie die Illusion wieder verlassen können. Die Statue ist nun zerstört. SpĂ€ter, als Ness alle acht HeiligtĂŒmer besucht hat, findet er sich in Magicant wieder, ein Land, das aus seinen Gedanken erschaffen wurde. Dort muss Ness seine dunkle Seite bekĂ€mpfen, die ebenfalls die Form der Statue annimmt.
Die Mani-Mani-Statue ist ein direktes Werkzeug von Giygas, der mit ihrer Hilfe die Menschen und Tiere in ihrer Umgebung zum Bösen hinwendet. Ăberall wo die Statue auftaucht, ist auch Pokey, Nessâ Nachbar, der sich zuerst als Assistent von Carpainter, dann von Monotoli und zuletzt von Giygas selbst zu erkennen gibt. Referenzen auf das goldene Kalb aus der Bibel sind nicht zu ĂŒbersehen: Die Statue ist aus purem Gold und trĂ€gt einen Stierkopf. Dies und der sprechende Name der Statue (Mani klingt wie Money, also Geld) lassen eine antikonsumeristische Kritik vermuten.
Spielwelt
Mother 2 spielt in mehreren fiktiven LĂ€ndern, wie zum Beispiel dem Staat EagleLand (ă€ăŒă°ă«ă©ăłă, ÄȘgururando; Eagleland in EarthBound) (eine Hommage an die Vereinigten Staaten von Amerika), dem merkwĂŒrdigen Ort Moonside (ă ăŒăłă”ă€ă, MĆ«nsaido), an dem alles verkehrt herum ist, oder dem östlichen Königreich Ramma (ă©ăłă; Dalaam in EarthBound). Man startet in Onett, einer Kleinstadt in EagleLand und bereist viele Orte, bevor man schlieĂlich Giygas in der Cave of the Past (in EarthBound) stellt.
Die ersten vier Orte (Onett, Twoson, Threed und Fourside) sowie Tenda Village sind Erweiterungen der englischen Zahlen.
Gameplay
Im Vergleich zum ersten Teil hat sich nicht viel geĂ€ndert und das Grundprinzip bleibt gleich. Allerdings sind die Gegner nun auch auf der Oberwelt zu sehen und man kann ihnen somit bewusst aus dem Weg gehen. BerĂŒhrt ein Gegner einen von hinten, erhĂ€lt er einen Erstangriff. BerĂŒhrt man selbst einen Gegner von hinten, erhĂ€lt man selbst einen Erstangriff. Dadurch kann man schwache Gegner direkt besiegen, ohne gegen sie kĂ€mpfen zu mĂŒssen. Zudem gibt es nun FĂ€higkeiten, die nur bestimmte Charaktere ausfĂŒhren können: So kann nur Paula beten, was eine zufĂ€llige Handlung bewirkt und zum Besiegen von Giygas vonnöten ist. Jeff kann kaputte GegenstĂ€nde reparieren und die StĂ€rken und SchwĂ€chen der Gegner erkennen und Poo kann sich in bestimmte Gegner verwandeln und so deren FĂ€higkeiten kopieren. Die HP und PP werden nun als eine Art Tachometer angezeigt, welches sich bei einem gegnerischen Treffer langsam dreht. Dadurch kann man selbst bei einem tödlichen Treffer noch gewinnen, wenn man den Kampf beendet, bevor der Tacho auf null stehen bleibt.
Mother 1+2
Mother 1 + 2 (MOTHER 1 + 2 MazÄ Wan-TsĆ«) ist ein Konsolen-Rollenspiel, das von Ape Inc., Nintendo Tokyo R&D Products und HAL Laboratory entwickelt und von Nintendo am 20. Juni 2003 fĂŒr den Game Boy Advance veröffentlicht wurde.
Es ist eine Zusammenstellung der ersten beiden Teile der Mother-Serie, MOTHER und MOTHER 2: GIYGAS STRIKES BACK! (auĂerhalb Japans als EarthBound Beginnings bzw. EarthBound bekannt). Das Spiel war als Werbung fĂŒr das kommende Mother 3 gedacht (ebenfalls fĂŒr den Game Boy Advance als Wiedergeburt des Franchise, und es wurde bisher nur in Japan veröffentlicht). Da es sich um zwei verschiedene Spiele handelt, variieren die Entwicklerangaben, aber sowohl bei Mother als auch bei Mother 2 fungierte Shigesato Itoi als Designer und Regisseur, und die Musik wurde von Keiichi Suzuki und Hirokazu Tanaka komponiert.
Mother erzĂ€hlt die Geschichte von Ninten, einem 12-jĂ€hrigen Jungen, der mit seinen ĂŒbersinnlichen KrĂ€ften um die Welt reist, um acht Melodien zu sammeln und den Planeten vor einer bösen Rasse von bewusstseinskontrollierenden Aliens zu retten. Mother 2 erzĂ€hlt die Geschichte von Ness, einem Jungen, der um die Welt reist und ebenfalls seine ĂŒbersinnlichen KrĂ€fte einsetzt, um acht Melodien zu sammeln und die Zukunft vor einem AuĂerirdischen des puren Bösen zu retten, der beabsichtigt, die gesamte RealitĂ€t zum Schrecken der ewigen Dunkelheit zu verurteilen.
Entwicklung
Mother wurde von dem japanischen Werbetexter und Fernsehmann Shigesato Itoi entworfen und geleitet. Das Spiel wurde nach dem Lied âMotherâ von John Lennon benannt. UrsprĂŒnglich wurden die letzten Teile des Spiels nicht auf Bugs und Balanceprobleme getestet. Dieses Problem wurde bei der Veröffentlichung von Mother 1 + 2 behoben.
Die Entwicklung von Mother 2 fand in Zusammenarbeit zwischen Ape, Inc. und HAL Laboratory, Inc. statt und wurde erneut von Shigesato Itoi entworfen. Die gesamte Entwicklungszeit fĂŒr das Projekt betrug fĂŒnf Jahre, viel lĂ€nger als ursprĂŒnglich erwartet. Da zwei Unternehmen an Mother 2 arbeiteten, wurden die Verantwortlichkeiten zwischen den beiden Studios aufgeteilt. Bei Ape arbeiteten mehr Mitarbeiter an dem Titel und waren fĂŒr die Daten des Spiels zustĂ€ndig, wĂ€hrend HAL sich um die Programmierung kĂŒmmerte. Da sich die beiden Studios an unterschiedlichen Standorten befanden, mussten die Mitarbeiter regelmĂ€Ăig zwischen den Studios hin- und herreisen, um zu arbeiten.
Eine direkte Fortsetzung von Mother 2 fĂŒr den Nintendo 64 befand sich spĂ€ter in der Entwicklungsphase, wo sie viele Jahre lang blieb, bevor sie am 21. August 2000 eingestellt wurde. Drei Jahre spĂ€ter begann die Ăberarbeitung des Projekts fĂŒr einen dritten Teil, Mother 3. Zu dieser Zeit wurden die ersten beiden Titel fĂŒr ihre bevorstehende Wiederveröffentlichung auf dem Game Boy Advance verbessert, um Mother 3 zu fördern.
Das Spiel wurde am 20. Juni 2003 von Nintendo veröffentlicht und enthielt ein Bonus-Handyarmband von Mr. Saturn fĂŒr vorbestellte Pakete des Spiels. Obwohl das Armband ursprĂŒnglich nur fĂŒr Vorbesteller des Spiels gedacht war, wurde es aufgrund seiner Beliebtheit kurzzeitig auf Amazon in Japan verkauft. SpĂ€ter wurde eine preisreduzierte Version des Spiels fĂŒr etwa 2.600 Yen veröffentlicht, die mit einer Club-Nintendo-Serienkarte verpackt war. Mother 1 + 2 verkaufte sich ĂŒber 250.000 Mal, und von der reduzierten Version wurden weitere 60.000 Exemplare verkauft.
Obwohl die Portierung nur in Japan veröffentlicht wurde, handelt es sich bei den in Mother 1 + 2 enthaltenen Versionen von Mother und Mother 2 um NeuĂŒbersetzungen der englischen Versionen der Spiele, auch wenn Mother ironischerweise nie eine richtige englische Veröffentlichung hatte. Der Name der Firma, die fĂŒr die Portierung und NeuĂŒbersetzung verantwortlich war, wurde von Nintendo nie bekannt gegeben.
Marketing
Obwohl das Konzept von Mother 1 + 2 darin bestand, zwei separate Spiele in einem leicht zugĂ€nglichen Paket zusammenzufassen, konzentrierte sich die Werbung ausschlieĂlich auf Mother 2 (in Nordamerika als EarthBound bekannt), sehr zum Missfallen der langjĂ€hrigen Fans, die argumentierten, dass die Werbestrategie die Bedeutung des ersten Spiels schmĂ€lerte.
VerkÀufe
Bis Ende 2003 wurden von Mother 1 + 2 ĂŒber 278.000 Exemplare verkauft.
Musik
Der Soundtrack von Mother 1 + 2 wurde von Keiichi Suzuki und Hirokazu Tanaka komponiert. Er wurde 2003 auf Compact Disc veröffentlicht. Er besteht aus verschiedenen Arrangements der Originallieder, aber der Titel verleitete einige KĂ€ufer zu der Annahme, es handele sich um eine Neuauflage des ursprĂŒnglichen Mother-Soundtracks. Die Arrangements des Soundtracks waren von schlechter QualitĂ€t (ein direktes Ergebnis der schlechteren Audiokompression des GBA im Vergleich zum SNES, was auch bei anderen GBA-Portierungen von SNES-Titeln zu beobachten war), auĂerdem enthielt die CD-HĂŒlle zahlreiche Fehler bezĂŒglich der Songtitel. Die Veröffentlichung fĂŒhrte jedoch zu erneuten Rufen nach einer Wiederveröffentlichung des Mother-Soundtracks und am 18. Februar 2004 folgte eine âremastered versionâ des Mother-Soundtracks.
Suzuki hat John Lennon als eine einflussreiche Figur fĂŒr die Komponisten angefĂŒhrt, als sie die Original-Songs aus beiden Spielen komponierten.
Unterschiede zu Mother und Mother 2
Zahlreiche Ănderungen aus den Originalversionen wurden in Mother 1 + 2 ĂŒbernommen. Die Ănderungen in Mother, die sich auf die Ereignisse im Spiel, die Grafik und die GegenstĂ€nde beziehen, sind gröĂtenteils identisch mit den Ănderungen, die in EarthBound Beginnings vorgenommen wurden. Zwei offensichtliche Unterschiede in beiden Spielen sind, dass alles vergröĂert erscheint und der Sound aufgrund der Bildschirm- und SoundbeschrĂ€nkungen des Game Boy Advance verĂ€ndert wurde (der Soundunterschied ist im Mother-2-Teil deutlicher, wo die AudioqualitĂ€t aufgrund der Audiokompression des GBA deutlich schlechter ist). AuĂerdem ist die Beleuchtung viel heller, um das Fehlen einer Hintergrundbeleuchtung auf dem GBA auszugleichen.
Mother 3
Handlung
Das Spiel beginnt im idyllischen, fast schon utopischen Dorf Tazmily. Hier hat jeder eine Aufgabe, der er nachgeht. Es gibt keine WĂ€hrung. Wenn jemand etwas braucht, nimmt er es sich einfach. Alles Negative der Welt ist der Dorfgemeinschaft scheinbar unbekannt.
Die Zwillinge Claus und Lucas und deren Mutter Hinawa sind im Urlaub bei Hinawas Vater Alec. Kurz bevor sie sich auf den Weg nach Hause machen, verschickt Hinawa eine Brieftaube mit einem Brief an ihren Mann Flint. Dabei beobachtet sie ein seltsames Flugobjekt am Himmel.
Der Sonnenscheinwald rund um das Dorf Tazmily steht in Flammen. Der Brand wurde von ein paar seltsamen MĂ€nnern in Schweinemasken gelegt. Kurz nachdem der Regen den Brand wieder löscht, bemerkt Flint, dass seine Frau und seine Söhne immer noch nicht zu Hause sind. Sofort macht er sich auf die Suche und begegnet dabei den Menschen in Schweinemasken, die ein Karibu âumgebautâ haben, sodass es nun halb Tier, halb Maschine ist. Das eigentlich friedliche Tier greift Flint an. Nach dem Kampf findet Flint ein Notizbuch der Schweinemasken, in dem ihre Agenda zu lesen ist: Sie wollen in die Natur eingreifen und die Tiere âverbessernâ. Entweder durch mechanische AufrĂŒstung oder durch Kreuzung mit einem anderen Tier wollen sie so eine Horde von ChimĂ€ren erschaffen.
Lucas und Claus tauchen wieder auf und sind wohlauf. Allerdings wurde Hinawa auf dem RĂŒckweg von einem eigentlich friedlichen Drago (dinosaurierartige Kreatur) getötet. Claus schwört, seine Mutter zu rĂ€chen, und macht sich auf in die Berge, kommt aber nicht zurĂŒck. Flint und Alec machen sich auf die Suche. Sie treffen auf die androgynen, feenartigen Magypsies, mit denen Alec befreundet ist, und werden letztendlich von einem ebenfalls rekonstruierten Drago, der halb Tier, halb Maschine ist, angegriffen. Flint kann den Angriff abwehren, Claus aber nicht finden.
Duster, ein junger gehbehinderter Dieb in der Ausbildung, wird von seinem Vater und Meister Wess beauftragt, einen legendĂ€ren Gegenstand aus dem Schloss Osohe zu stehlen. Als er diesen nicht finden kann, begleitet ihn Wess ins Schloss. Die Schweinemasken stellen sich als Armee heraus; von ihnen ist eine Division ins Schloss eingedrungen. Im Schloss finden Duster, Wess und die burschikose Prinzessin Kumatora das geheimnisvolle Ei des Lichts. Als sie es stehlen wollen, werden sie aus dem Schloss gespĂŒlt. Wess und Kumatora stranden bald wieder in Tazmily, Duster verschwindet samt Ei. Im dritten Kapitel zwingt Fassad, ein hochrangiges Mitglied der Schweinemaskenarmee, den Affen Salsa, sogenannte âGlĂŒcksboxenâ ins Dorf Tazmily auszuliefern, die die Dorfbewohner passiv und unfĂ€hig zum Widerstand machen sollen. Salsa wird im Laufe des Kapitels von Kumatora und Wess gerettet.
Drei Jahre spĂ€ter ist aus dem verschlafenen Dorf eine moderne Kleinstadt geworden. Fassads Einfluss hat sich ausgebreitet, das Konzept Geld ist nun ebenso gelĂ€ufig wie GlĂŒcksboxen in fast jedem Haushalt. HĂ€user, die keine GlĂŒcksboxen haben, werden hĂ€ufig von Blitzen getroffen. Die Armee der Schweinemasken hat nun deutlich mehr Kontrolle in der Spielewelt. AutoritĂ€r greifen sie in das Dorfleben ein. Als sich z. B. Wess laut gegen die Ansprachen von Fassad ausgesprochen hatte, wurde er in ein Altersheim, das eigentlich eher ein GefĂ€ngnis ist, geworfen. Zudem wimmelt es geradezu vor grotesken ChimĂ€ren. Kreuzungen wie Hundefische und Hammerhai-KĂ€ngurus trifft man nun hĂ€ufiger, genau wie Nashornraketen und mechanisch aufgezogene Wildschweine.
Das GerĂŒcht geht um, dass der verschwundene Duster wieder aufgetaucht ist. Angeblich trĂ€gt er jetzt den Namen Lucky und ist Bassist einer Band namens DCMC, die jeden Abend im Club Titiboo spielt. Lucas und sein Hund Boney wollen dem auf den Grund gehen. Auf dem Weg erlernt Lucas PK Liebe, eine besonders seltene und starke Form der PSI-KrĂ€fte. Lucas und Boney verschaffen sich Zugang zu dem Club und ĂŒberreden die Band, dass Duster sich ihnen anschlieĂen soll, um das Ei des Lichts wiederzufinden. Duster hat zwar sein GedĂ€chtnis verloren, stimmt aber zu. Kumatora, die unter dem Synonym âVioletâ im Club Titiboo gekellnert hatte, um vor den Schweinemasken sicher zu sein und ein Auge auf âLuckyâ zu haben, kommt ebenfalls mit. WĂ€hrend die vier das Ei suchen, laufen sie hĂ€ufig Mitgliedern der Schweinemaskenarmee ĂŒber den Weg. Lucas wird dabei stĂ€ndig fĂŒr einen Kommandanten der Armee gehalten, so dass er sich, nachdem Duster das Ei wiedergefunden und seine Erinnerungen zurĂŒckerhalten hat, auch Zugang zum Donnerturm verschaffen kann, der die âGewitterâ-EinschlĂ€ge auf die HĂ€user, in denen keine GlĂŒcksboxen stehen, verursacht. Lucas und seine Freunde sabotieren den Donnerturm. Fassad ruft sich kurz vor der Zerstörung des Reaktors ein Luftschiff, fĂ€llt dann aber vom obersten Stockwerk des Turms. Lucas und seine Freunde versuchen, selbst an Bord des Luftschiffes zu gelangen, fallen aber hinunter. Dabei werden sie von einem maskierten Mann, der aus dem Luftschiff heraus schaut, beobachtet.
Lucas und Boney landen in einem Sonnenblumenfeld. Dort sieht Lucas eine Illusion seiner Mutter, die ihn zu sich zu rufen scheint. Lucas und Boney folgen ihr, fallen dabei von einer Klippe in einen Heuhaufen, den Alec auf GeheiĂ der ihm im Traum erschienenen Hinawa dort positioniert hat.
ZurĂŒck in Tazmily wird Lucas von der Magypsy Ionia aufgeklĂ€rt, dass unter den Nowhere Islands, welche die gesamte Spielewelt darstellen, ein riesiger, schwarzer Drache schlummert. Dieser wurde aufgrund seiner enormen Macht mit sieben Nadeln versiegelt. Die Aufgabe der Magypsies ist es, diese Nadeln zu bewachen. Sobald die Nadeln gezogen werden, verschwinden sie. Wenn alle sieben Nadeln gezogen werden, erwacht der Drache wieder und es wird eine zweite Apokalypse geben. Je nachdem, ob derjenige, der die Nadeln zieht, ein reines oder ein böses Herz hat, wird auch der Drache ein reines oder ein böses Herz haben. Wie die Apokalypse fĂŒr alle Beteiligten ausgeht, hĂ€ngt vom Herzen des Drachen ab. Nur wer PK Liebe beherrscht, kann die Nadeln ziehen. Die erste Nadel im Innenhof des Schloss Osohe wurde von dem mysteriösen maskierten Mann gezogen, der sich als Kommandant der Schweinemasken herausstellt. Also muss sich Lucas auf den Weg machen, um dem maskierten Mann bei den anderen Nadeln zuvorzukommen, damit der Drache beim Erwachen nicht das böse Herz des Kommandanten erhĂ€lt.
Auf der Suche nach den Nadeln erforscht Lucas das ChimĂ€ra-Labor, in dem die Schweinemaskenarmee ihre grausamen Experimente an den Tieren durchfĂŒhrt, und trifft dort auf Dr. Andonuts aus EarthBound. Nachdem sich Kumatora erneut Lucas und Boney angeschlossen hat, finden die drei eine mysteriöse Flaschenpost, die sie direkt in den Saturn Valley fĂŒhrt. Die Mr. Saturns aus EarthBound werden von der Schweinemaskenarmee gefoltert, können aber durch Lucas gerettet werden. Duster, der sich ebenfalls im Saturn Valley befindet, schlieĂt sich wieder der Gruppe an. Auf dem Weg zur Nadel im Saturn Valley trifft die Gruppe wieder auf einen alten Bekannten: Fassad wurde nach seinem Sturz vom Donnerturm rekonstruiert und kann sich nur noch mittels Musik verstĂ€ndigen, die von einem fliegenden Ăbersetzer dem Spieler und der Gruppe verstĂ€ndlich gemacht wird. Fassad will Rache nehmen, kann jedoch besiegt werden.
Als sowohl Lucas als auch der maskierte Mann je drei Nadeln gezogen haben, erhalten Lucas und seine Freunde eine Einladung von König Porky in die groĂe Stadt New Pork City. Alles in dieser Stadt dient der Huldigung von König Porky. Bei ihm handelt es sich um Porky Minch, Nessâ alten Nachbarn aus EarthBound. In der Stadt trifft Lucas viele alte Bewohner aus Tazmily wieder, unter anderem Leder, den riesigen Glöckner. Er erzĂ€hlt Lucas, dass die Einwohner des Dorfes eines Tages auf einem weiĂen Schiff zu den Nowhere Islands gekommen sind. Sie waren Ăberlebende einer noch viel gröĂeren Gruppe an Menschen, die durch ihr rĂŒcksichtsloses Handeln die Erde gröĂtenteils zerstört haben. Damit so etwas nicht noch einmal passiert, verschlossen sie all ihre Erinnerungen im Ei des Lichts und gaben sich selbst neue Rollen, die sie in der Dorfgemeinschaft einnehmen sollen. Kumatora beispielsweise wurde die Rolle der Prinzessin zugeschrieben, und Leder die des Geheimniswahrers. Eines Tages kam Porky Minch mithilfe des Phase Distorter 1 in diese Zeitepoche und erfuhr von der Magypsy Locria alle Geheimnisse. Dadurch konnte er die Kontrolle ĂŒber die gesamten Inseln ĂŒbernehmen. Er brachte Menschen aus allen Epochen auf die Nowhere Islands, unterzog sie einer GehirnwĂ€sche und formierte sie zu seiner Schweinemaskenarmee, deren einziges Ziel es ist, die Welt und die Tiere zu Meister Porkys persönlichem Spielzeug zu machen. Da er auch die Macht des Drachen fĂŒr sich beanspruchen möchte, hat er auch den maskierten Mann unter seine Kontrolle gebracht.
Lucas und seine Freunde machen sich auf, um Porky zu stellen. Dabei laufen sie noch einmal Fassad ĂŒber den Weg, der nun noch stĂ€rker rekonstruiert wurde. Nachdem er ein zweites Mal besiegt wurde, möchte er Porkys Spielchen nicht mehr mitspielen und stirbt. Porky wartet im 100. Stock des Empire Pork Buildings. Auf dem Weg dorthin mĂŒssen Lucas und seine Freunde allerlei Aufgaben bewĂ€ltigen, begegnen einer weiĂen Maus, die bestĂ€tigt, dass es sich bei Fassad um die verrĂ€terische Magypsy Locria handelte, und betreten Porkys âHalle der Erinnerungenâ, in der sich verschiedene GegenstĂ€nde und Charaktere aus EarthBound befinden.
Im 100. Stock treffen sie auf Porky. Er ist durch seine Experimente mit Zeitreisen deutlich gealtert. Er kann sich nun nicht mehr selbststĂ€ndig bewegen und befindet sich in einer Art spinnenförmigen Kampfmaschine, aber er ist auch unsterblich geworden. Er verhöhnt Lucas und sagt, dass der maskierte Mann bereits auf dem Weg wĂ€re, die siebte Nadel zu ziehen. Diese befindet sich tief unter dem Empire Pork Building. Kurz bevor Lucas die Nadel erreicht, trifft er Flint. Dieser hat herausgefunden, dass der maskierte Mann in Wahrheit Lucasâ verschollener Zwillingsbruder Claus ist. Porky greift Lucas und seine Freunde an und erwĂ€hnt wĂ€hrend des Kampfes mehrmals, wie es ihm gefallen wĂŒrde, wenn alles in der Welt auĂer ihm und dem Drachen zugrunde geht. Nachdem er besiegt wurde, schlieĂt er sich selber in seine absolute Sicherheitskapsel ein. Hier kann ihm absolut niemand mehr Schaden anhaben, aber er kann auch absolut niemals wieder herauskommen.
Lucas erreicht die Nadel, als Claus schon kurz davor ist, sie zu ziehen. Es kommt zum Kampf zwischen Lucas und Claus. Lucas weigert sich aber, ernsthaft gegen seinen Bruder zu kĂ€mpfen. Der Geist Hinawas spricht wĂ€hrend dem Kampf immer wieder mit Claus und schafft es, seine Erinnerungen an den Tag seiner Namensgebung hervorzuholen. ĂberwĂ€ltigt von allen Emotionen und Erinnerungen will Claus mit einem letzten Blitz Lucas auslöschen. Dieser wird jedoch auf Claus reflektiert und verwundet diesen tödlich. Claus stirbt daraufhin in Lucasâ Armen, und dieser zieht die letzte Nadel, um den Drachen zu erwecken.
Der Drache beschwört eine zweite Apokalypse herauf und vernichtet die gesamte Schweinemaskenarmee. Der Bildschirm wird dunkel und es erscheint die Meldung âThe EndâŠ?â. Wenn man nun das Steuerkreuz bewegt, kann man mit den Charakteren sprechen sowie Porky in seiner Kapsel entdecken. Es haben also alle Charaktere irgendwie ĂŒberlebt. Danach fangen die Credits an zu laufen. Am Ende sieht man das nun hölzerne Logo von Mother 3, um zu signalisieren, dass sĂ€mtlicher Einfluss der ChimĂ€ren und Schweinemasken verschwunden ist.
Spielmechanik
Neu an Mother 3 ist, dass man in KĂ€mpfen sogenannte Rhythmus-Combos ausfĂŒhren kann. Fast jedes Monster hat seine eigene Kampfmusik, zu welcher man im Takt den A-Knopf drĂŒcken und bis zu 16-mal hintereinander zuschlagen kann. Es gibt viele verschiedene Variationen, z. B. 15/8-Takt und immer schneller werdende Musik. Wenn man den B-Knopf gedrĂŒckt hĂ€lt und dann loslĂ€sst, sprinten die Charaktere, bis man erneut B drĂŒckt oder etwas rammt (dadurch kann man schwache Gegner einfach wegrempeln). Speichern kann man hier bei allen Variationen von Fröschen (Save Frogs), wĂ€hrend man im VorgĂ€nger noch Telefone (oder Telefon-imitierende Vögel) aufsuchen musste. Auch hier werden die Lebenspunkte wie in Mother 2 als eine Art Tacho angezeigt, welche bei Treffern sich langsam verringern. Besiegt man den Gegner oder heilt eine beliebige Anzahl der Lebenspunkte, wird das Reduzieren abgebrochen und auch tödliche Verletzungen lassen sich damit verhindern. Die Mechanik des Spiels unterscheidet sich nicht sehr stark vom VorgĂ€nger.
Spielwelt
Mother 3 spielt in einer möglichen Zukunft. Fast die ganze Erde ist zerstört worden, bloĂ eine Inselgruppe ist ĂŒbrig geblieben. Es gibt viele verschiedene futuristische Elemente wie zum Beispiel fliegende Autos und die Möglichkeit, Menschen, die fast tödlich verletzt wurden, neu zu rekonstruieren. Es treten auch Charaktere und Dinge aus Mother 2 auf, wie zum Beispiel die Dosei-san (ă©ăăăă; Mr. Saturn in EarthBound und westlichen Titeln der Super-Smash-Bros.-Reihe). Zudem begegnet man kurz vor dem Ende des Spiels einem Raum, aus dem verschiedene Dinge aus Mother 2 zu sehen sind. Vermutlich hat Porky (siehe oben) sie mitgebracht.
Das Spiel beginnt im Dorf Tazmilly (ăżăăă€ăȘæ, Tatsumairi-mura) und endet mit dem finalen Kampf gegen Porky und den maskierten Mann unter dem Empire Pork Building.
Musik
Mother 3 hat zwei Soundtrack-Veröffentlichungen hervorgebracht. Die erste, Mother 3+, wurde in Japan am 2. November 2006 veröffentlicht und besteht aus von der Crazy Ken Band (DCMC) arrangierten Liedern und einem Gesangstrack von Taeko Onuki sowie einigen Liedern aus frĂŒheren Teilen der Serie. Sie wurde spĂ€ter, am 1. April 2007, im iTunes Music Store in Nordamerika veröffentlicht und enthielt einen zusĂ€tzlichen Bonustrack, der auf der CD-Veröffentlichung nicht verfĂŒgbar war. Mother 3+ ist in Nordamerika nicht mehr erhĂ€ltlich.
Der zweite Soundtrack, Mother 3i, wurde am 6. Februar 2007 im iTunes Music Store und bei Napster in Japan sowie bei einigen anderen Online-Musikdiensten veröffentlicht. Mother 3i ist, wie Mother 3+, aus unbekannten GrĂŒnden nicht mehr in Nordamerika erhĂ€ltlich. Es wurde von ShĆgo Sakai komponiert und enthĂ€lt eine andere Auswahl an Musik aus dem Spiel als Mother 3+. Songs aus dem Album erscheinen auch in Super Smash Bros. Brawl in ihrer ursprĂŒnglichen oder neu abgemischten Form.
Entwickler Benimaru Itoh bemerkte auf der E3 1997, dass das Spiel wahrscheinlich das Rumble Pak in Kampfsequenzen verwenden wĂŒrde, befĂŒrchtete aber, dass der Controller angesichts der zeitaufwĂ€ndigen Natur von Rollenspielen fĂŒr die Spieler zu umstĂ€ndlich werden könnte. Die Idee, die Gesichter der Charaktere neu zu zeichnen, wurde wĂ€hrend der Entwicklung aufgegriffen. Wahrscheinlich wĂ€re es mit einer der Mario-Artist-Folgen auf dem 64DD kompatibel gewesen. Shigesato Itoi verwarf diese Idee jedoch bald wieder, da er die FĂ€higkeiten des 64DD mit diesem Titel nicht zur Schau stellen wollte.
Die Entwicklung des Spiels verlief holprig, nachdem es von der DD-Diskette auf die regulĂ€re N64-Cartridge umgestellt worden war, was dazu fĂŒhrte, dass viel Programmierung verschwendet wurde. Zu dieser Zeit musste Satoru Iwata das Entwicklungsteam verlassen, da er andere Projekte zu bearbeiten hatte. Am 21. August 2000 bestĂ€tigte Itoi offiziell die Absage des Spiels. Auf die Frage nach der Absage des Spiels antwortete Itoi lediglich, dass er âetwas wirklich Besonderes machen wollteâ. Shigeru Miyamoto und Iwata blieben optimistisch, dass das Spiel in seiner 3D-Form wiederbelebt werden könnte, aber angesichts der bevorstehenden Veröffentlichung des Nintendo Gamecube ein Jahr spĂ€ter hielt Itoi es fĂŒr das Beste, das Spiel auf Eis zu legen. Nach der Veröffentlichung von Mother 1+2 auf dem Game Boy Advance wurde Itoi dazu inspiriert, das Projekt fĂŒr den Handheld wieder aufleben zu lassen, da er den Eindruck hatte, dass die Entwicklung schneller und einfacher sein wĂŒrde. Das Spiel wurde spĂ€ter im April 2006 veröffentlicht.
Ein GroĂteil der Geschichte scheint auf den Informationen zu basieren, die ĂŒber die ursprĂŒngliche Nintendo-64-Version bekannt sind, einschlieĂlich der vier Hauptcharaktere und einer Handlung, die eine Pigmask-Armee einbezieht, aber es ist unbekannt, wie nah die Handlung an der von Mother 3 ist, da nur wenig ĂŒber das Spiel bekannt ist. Viele Charaktere, Feinde und SchauplĂ€tze hatten ein ganz anderes Design, einige wurden sogar ganz gestrichen. Die ursprĂŒnglich geplante Nintendo-64-Version hatte wĂ€hrend der Entwicklung 12 Kapitel, bevor sie in der endgĂŒltigen Version auf 9 gekĂŒrzt wurde. Die Handlung der Nintendo-64-Version war dĂŒsterer als die der GBA-Version, denn Shigesato Itoi erwĂ€hnte, dass der Endboss und sein Ende dĂŒsterer waren und die Spieler âverratenâ sollten.
EarthBound 64
Die Entwicklung von Mother 3 begann 1994 unter dem Namen Mother 3: Chimera Forest, wĂ€hrend der Entwicklung von Mother 2. Es wurde kurzzeitig als SNES/Super Famicom-Spiel gestartet, bevor das Projekt auf den Nintendo 64 verlagert wurde, da es ursprĂŒnglich 1996 mit kleinem Filmmaterial angekĂŒndigt worden war. WĂ€hrend dieser Zeit bezeichneten Fans und Spielemagazine in Ăbersee Mother 3 als EarthBound 64, als ob sie glaubten, dass das Spiel die Lokalisierung fĂŒr den Titel haben könnte. Die Entwicklung wurde dann bald auf den Nintendo 64DD verlagert, wo es ein Launch-Titel werden sollte, aber von 1996 bis zur Nintendo Spaceworld von 1999 kam es zu vielen Verzögerungen aufgrund der Unerfahrenheit des Entwicklerteams mit der Hardware und der 3D-Grafik. Die Entwickler von Pokemon Stadium mussten dem Mother-3-Team oft bei der Entwicklung helfen.
Fan-Games
2014 wurde bestĂ€tigt, dass es 2016 einen Ableger der Mother-Reihe geben werde. Dieser wird von Fans erstellt, ist daher kein offizielles Spiel der Reihe. Die Hauptfigur wird ein Junge namens Travis sein. Welchen Bezug er auf die anderen Hauptfiguren aus den vergangenen Spielen hat, ist noch nicht klar. Der erwartete Termin konnte allerdings nicht eingehalten werden und das Spiel wurde verschoben. Nachdem mehrere Fan-Projekte wegen Urheberrechtsverletzung gegenĂŒber Nintendo eingestellt werden mussten, beschloss das Entwicklerteam von Mother 4 im MĂ€rz 2017 das Spiel vollstĂ€ndig zu ĂŒberarbeiten und vorsichtshalber sĂ€mtliche BezĂŒge zu den ursprĂŒnglichen Mother-Spielen zu entfernen.cite-ref-8[8] Im Januar 2020 wurde bekanntgegeben, dass das Projekt unter dem neuen Namen Oddity fortgesetzt werden soll.cite-ref-9[9] Einen konkreten Erscheinungstermin gibt es aber bisher noch nicht.
Gemeinsamkeiten
Die Spiele der Mother-Reihe spielen in ein und derselben Welt, auch wenn sich diese von Spiel zu Spiel verÀndert hat. Ein paar Beispiele:
âą Der Endgegner des ersten Mother heiĂt Giygas (im Japanischen Gyiyg). In Mother 2 steht im Vorspann âGyiyg strikes back!â (bzw. âThe war against Giygas!â in Earthbound, der US-amerikanischen Version des Spiels), was darauf hinweist, dass er schon einmal die Welt bedroht haben muss.
âą Im Laufe der Handlung von Mother 2 werden zahlreiche berĂŒhmte Persönlichkeiten, wie zum Beispiel Albert Einstein, Werner Heisenberg und Benjamin Franklin erwĂ€hnt, also Personen, die in âunsererâ Welt lebten. Die Handlung von Mother 2 findet quasi in der echten Welt statt (auch wenn diese um einige fiktive Orte erweitert wurde).
⹠Der Endgegner aus Mother 3 ist Porky, der ehemalige Nachbar von Ness aus Mother 2, wodurch diese beiden Teile eindeutig eine zusammenhÀngende Handlung besitzen.
⹠Der Franklin Badge und die Mr. Saturns tauchen in Mother 2 und 3 auf. In Mother 1 und 2 kann man u. a. gegen KrÀhen und Hippies kÀmpfen; bei letzteren ist sogar die Musik gleich geblieben. Im 1., 2. und 3. Teil gibt es u. a. Mr. Batty zu bekÀmpfen
âą In Mother 3 gibt es eine Halle mit GegenstĂ€nden aus Mother 1 und 2, sowie die musikalische Untermalung von MusikstĂŒcken der VorgĂ€nger wie z. B. der 8 Melodien aus dem ersten sowie aus dem zweiten Teil.
Innovationen
Was die Mother-Serie von anderen Spielen unterscheidet, ist die Tatsache, dass sie sich von den Pfaden traditioneller Rollenspiele abwendet und sich in einer völlig querdenkenden und unorthodoxen Weise prĂ€sentiert. In der Zeit, in der das erste Mother erschien, waren Rollenspiele meist in einer mittelalterlichen Welt angesiedelt, in der Ritter gegen böse Drachen, Magier oder Könige kĂ€mpften und dafĂŒr Magie und Schwerter verwendeten.
In Mother 1 hingegen machen sich zwei kleine Jungen (Ninten, Lloyd), ein MĂ€dchen (Ana) und der AnfĂŒhrer einer Bande gesetzesloser Jugendlicher (Teddy) auf den Weg, das böse Alien Gyiyg zu vertreiben, welches die Erde terrorisiert und bedroht. Um Gyiyg zu erreichen, mĂŒssen sie sich mit Monstern wie zum Beispiel streunenden Hunden, Hippies, wildgewordenen Autos, abstrakter Kunst oder Fischen auseinandersetzen. Zur Verteidigung benutzen sie PSI-KrĂ€fte und Waffen wie BaseballschlĂ€ger, Bratpfannen, Laserpistolen und Buttermesser.
In Mother 2 kann Ness u. a. Fahrrad fahren, Pizza bestellen, ein Verkaufsschild aufstellen, um seine Items zu verkaufen, sich teleportieren, Bus fahren und noch viele weitere kuriose Dinge, die vorher nie in Videospielen vorkamen, durchfĂŒhren. Die Gegner sind hier neben Aliens und UFOs u. a. verrĂŒckte Enten, grummelige Ziegen, BĂ€ren, nervige alte Party-MĂ€nner (annoying old party man), seltsame Frauen (Extra Cranky Lady), Hydranten, Dinosaurier und Starmen. Zu den Waffen zĂ€hlen neben BaseballschlĂ€gern unter anderem auch Bratpfannen, Yo-Yos, Schleudern und Flaschenraketen.
In Mother 3 verlĂ€uft die Handlung sehr linear; im Vergleich zum VorgĂ€nger gibt es hier nicht viele mögliche Abweichungen von der Haupthandlung (auĂer in Kapitel 7) und man kann lediglich einige Gegner vorerst ĂŒberspringen und zu einem spĂ€teren Zeitpunkt deutlich stĂ€rker zurĂŒckkehren. Die Gegner wurden gröĂtenteils neu erstellt und sind meist Kreuzungen aus zwei Tieren oder einem Tier mit einem Gegenstand (Rhinozerocket, Cactus Wolf, Dog Fish etc.).
Mother-Elemente in anderen Spielen
Ness tritt auch in allen Ablegern der Super-Smash-Bros.-Reihe auf und wurde dadurch auch in Europa bekannt. In dem dritten Teil der SSB-Reihe (Smash Bros. Brawl / Wii) und als DLC in Super Smash Bros. for 3DS/Wii U tritt auch Lucas, der Held aus Mother 3, auf. Die Mr. Saturns können seit dem 2. Teil von Smash Bros. (Melee) als Gegenstand verwendet und geworfen werden, die Franklin Badges gibt es seit dem dritten Teil (Brawl) und können verwendet werden, um gegnerische Geschosse zu reflektieren. Pokey taucht im Story-Modus des dritten Teils als Bossgegner in seinem Spidermech auf und sĂ€mtliche Charaktere sind seit der EinfĂŒhrung von freischaltbaren TrophĂ€en (ab Melee) als solche zu finden. Einige Gebiete der Mother-Serie, darunter Magicant, Onett, Fourside und New Pork City, tauchen als Stages in der Smash-Bros.-Serie auf.
Rezeption
Das Spiel hatte beim Erscheinen in den USA nur mittelmĂ€Ăige Bewertungen erhalten, in den Jahren danach aber eine groĂe Fanszene aufgebaut und gilt mittlerweile als Kultspiel.
Soundtrack
FĂŒr Mother ist auĂerdem ein offizieller Soundtrack erschienen, in dem viele im Spiel befindliche StĂŒcke neu aufgelegt und mit Text versehen wurden.
Weblinks
âą Mother-Reihe bei MobyGames (englisch)
âą Mother 1+2 bei Nintendo (japanisch)
âą Mother 3 bei Nintendo (japanisch)
âą Retro V: Das Spiel hinter Ness: Earthbound (nur noch im Archiv auffindbar)
âą Retro V: Die Geschichte um Lucas: Mother 3 (nur noch im Archiv auffindbar)
âą Die Entstehung von Earthbound Zero / Mother 1 (englisch)
âą GröĂte Fansite zu Mother (nur noch im Archiv auffindbar) (englisch)
âą Fansite, welche Mother 3 ins Englische ĂŒbersetzt hat (englisch)
Einzelnachweise
cite-note-11. â EarthBound. In: nintendo.de. Abgerufen am 15. Februar 2024.
cite-note-22. â EarthBound Beginnings. In: nintendo.de. Abgerufen am 15. Februar 2024.
cite-note-33. â EarthBound Zero Prototype Info (Memento vom 18. September 2009 im Internet Archive)
cite-note-44. â Maik Koch: Earthbound: Beginnings - Trailer zeigt Wii U-Ableger fĂŒr Virtual Console. In: videogameszone.de. 15. Juni 2015, abgerufen am 15. Februar 2024.
cite-note-55. â ăčăăŒăȘăŒ. NintendĆ, abgerufen am 16. Februar 2013 (japanisch).
cite-note-66. â Story of Mother â Video Game (Memento vom 12. Oktober 2014 im Internet Archive). Earthbound Wiki. Abgerufen am 2. Februar 2024.
cite-note-77. â Jason Schreier: Earthbound, The Trippiest Game In RPG History. In: kotaku.com. 20. April 2012, abgerufen am 15. Februar 2024 (englisch).
cite-note-88. â Pastellian: Today's Announcement. In: reddit.com. Abgerufen am 23. Januar 2020 (amerikanisches Englisch).
cite-note-99. â Matt Kim: Mother 4-Inspired Fan Project Renamed to Oddity but It Still Looks Like a Worthy Successor. In: ign.com. Abgerufen am 23. Januar 2020 (englisch).